Nach der überaus sonnigen Überfahrt aus den Fjorden der Südinsel hinaus über die Cook-Strait mit der Bluebridge Fähre sind wir gut in der Hauptstadt Wellington oder auch "Windy Welli" ,wie sie bei den Einheimischen genannt wird, angekommen. Für die feine kleine, aber für neuseeländische Verhältnisse doch moderne und hektische Stadt, haben wir uns 2 Tage Zeit genommen. Am ersten Tag stand vormittags ein Stadtrundgang inkl. Fahrt mit der historischen Cablecar auf einen Berg zum Botanischen Garten auf dem Programm und nachmittags haben wir zu erst eines der größten Holzgebäude der Welt von innen und außen bestaunt - den früheren Governments Buildings und der heutigen juristischen Fakultät. Danach durften wir im Rahmen einer Führung hinter die Kulissen der neuseeländischen Politik schauen. Wir als interessierte Besucher bekamen Einblicke in die drei miteinander verbundenen Regierungsgebäude: Beehive (Bürogebäude, das aussieht wie ein riesiger Bienenkorb), Parliament House und Parliamentry Library. Zum Abschluss des ersten Tages sind wir noch in die kleine Old St. Pauls gegangen, eine beeindruckende Holzkirche aus dem 17. Jh. Den zweiten Tag haben wir komplett in DEM Museum Neuseelands, dem Te Papa verbracht. Hier konnten wir Exponate zu allen Bereichen der neuseeländischen Geschichte in einem tollen, sehr modernen Umfeld bestaunen.
Auf dem Weg weiter Richtung Norden haben wir in Masterton in einem sehr authentischen Schafwoll-Museum einen Zwischenstopp eingelegt. Hier konnten wir alles vom Schafe scheren bis zum Schafwollteppich weben oder dem Spinnen zu Wolle lernen.
Das nächste Ziel war die Küstenstadt Whanganui mit dem Whanganui River und dem angrenzenden Whanganui Nationalpark. Auf der berühmten River Road, die sich entlang des Flusses schlängelt, hatten wir atemberaubende Ausblicke, sind zu einer kleineren Wanderung aufgebrochen und haben ein Maoridorf, sowie eine alte Missionarskirche mit Maorieinflüssen besichtigt.
Weiter ging es in den Tongariro-Nationalpark, in dem sich 3 beeindruckende Vulkane bestaunen lassen, die im Winter zum Skigebiet werden. Die bizarre Landschaft konnten wir wegen der regnerischen Witterung und den tiefhängenden Wolken leider nur zum Teil erkunden. So hatten wir Glück den Schicksalsberg aus "Der Herr der Ringe" in voller Pracht zu sehen. Insgesamt erinnert die Gegend dort wirklich an Mordor ... der Regen passte irgendwie dazu. Wandern konnten wir trotz gelegentlichem Regen auch hier: Zwei Wasserfälle und die Silica Rapids (Verfärbungen im Fluss durch Kieselsäure).
Die geothermal sehr aktive Region um den Lake Taupo mit der Stadt Toupe brachte uns endlich wieder schöneres Wetter. Hier konnten wir uns wieder entspannt einige tolle Sachen anschauen ohne nass zu werden. Die Craters of the Moon haben wir zu erst besucht. Es ist ein wundersames Gebiet, wo es aus einigen Löchern in der Erde dampft und an anderen Stellen der Schlamm blubbert. Nach einer Wanderung am nächsten Tag auf den Gipfel des Mt Tauhara durch dichte und schlammige Pfade haben wir es uns in den Annehmlichkeiten des geothermalen Gebiet in einem Spa Bad gut gehen lassen.
Auch wenn wir schon einen Großteil Neuseelands erkundet haben sind wir immer wieder überrascht neue Eindrücke hier erleben zu dürfen.
Bis zum nächsten Post an gleicher Stelle
Anne und Michael
Dienstag, 23. April 2013
Neuseeland - die Nordinsel, von Wellington bis Taupo
Montag, 15. April 2013
Neuseeland - von Queesntown bis zur Nordinsel
Halli hallo ins hoffentlich nicht mehr ganz so verschneite Deutschland.
Da wir uns noch so viel anschauen wollen, aber schon die Hälfte unserer Zeit in NZL abgelaufen ist, können wir leider unsere Ziele nicht mehr so ausführlich wie bisher besuchen.
In Queenstown haben wir das erlebt, was der Reiseführer versprochen hat: Eine niedliche Kleinstadt an einem wunderschönen See (dem 3.größten NZL), in der sich Massen von Touristen durch die engen Straßen schieben und in den trendigen Geschäften stöbern. Man kann viele Skydiver beobachten und aus dem Umland hört man regelmäßig adrenalingeladene Todesschreie von Bungeeanlagen, was daher rührt, dass diese Trendsportart hier erfunden wurde. Wir haben uns für das Anti-Programm entschieden und sind nach einem Besuch im Unterwasserobservatorium, ein "Schaufenster" in das Hafenbecken, in dem sich Aale, Lachse und Forellen das Futter streitig machen und Enten dazwischen umhertauchen, auf eine 90 min Rundfahrt auf dem See gestartet. Unser nächstes Ziel war das niedliche Goldgräberörtchen Arrowtown, dass sich noch viel von dem alten Stadtbild bewahrt hat. Wir konnten uns es nicht nehmen lassen, eine Goldwaschpfanne im Museum auszuleihen und unser Glück im Arrowriver zu versuchen-mit mäßigen, naja eher keinem Erfolg:-)
Von dort aus sind wir dann zu einem der am meisten angepriesenen Sehenswürdigkeiten gestartet: dem Fox - Gletscher und dem Franz-Joseph - Gletscher, in den Southern Alps. Der erste war der Fox - Gletscher, den wir zu erst von einem tollen Aussichtspunkt im gegenüberliegenden Regenwald bestaunt haben, bevor wir ihn aus nächster Nähe bewundern durften. Den größeren, nicht ganz so schön geformten Franz - Joseph- Gletscher konnten wir nach einer kurzen Fahrt & Wanderung besichtigen.
Nach den Gletschern ging es auf direktem Weg an die raue Westküste. Immer weiter Richtung Norden fahrend hatten wir einige skurrile Sehenswürdigkeiten besucht. Darunter war das 'National - Kiwi- Center', in dem Anne riesige, über hundert Jahre alte Aale füttern durfte und wir in einem dunklen Raum hinter einer dicken Glasscheibe das Symbol Neuseelands sehen konnten, den putzigen, überaus scheuen Kiwi - Vogel. Gefolgt wurde dieses Erlebnis von den Pancake - Rocks, Felsen, die aussehen, wie übereinander gestapelte Eierkuchen. Nach einem Abstecher zur Überquerung der längsten Hängebrücke Neuseelands, die wir zu Fuß überquerten, sind wir schließlich im Norden und dort zu erst im Abel-Tasman-Nationalpark angekommen.
Hier haben wir auf einer ausgedehnten Bootstour, mit einem 4 stündigen Wanderaufenthalt auf dem Abel Tasman Coast Track die atemberaubende Küste und Wälder genossen. Das Ende unserer Wanderung lag am wirklichen Goldstrand ... wahnsinn wie golden Sand sein kann.
Das nächste Ziel war die nördlichste Ecke der Südküste, auch dieser Umweg zum Farewell Split sollte sich lohnen. Auf einer ganztägigen Wanderung, dem Hilltoptrack, hat es uns mehrmals vor Staunen den Atem beraubt: es ging zuerst von einer Dünenlandschaft an einem wahnsinnig breiten, feinen Sandstrand, an dem ein straffer Wind wehte, hin zu einer Felsküste mit, mal wieder ;-) Robben. Danach über Farmland auf eine Bergkette, direkt hinter, bzw. an der Küste entlang. Von hier aus hatten wir Ausblicke die sehr an die "Herr der Ringe" Filme erinnerten, die teilweise auch hier gedreht wurden: Weite grüne Wiesen, tiefe Wälder, strahlend blaues Meer, das an senkrechten, mehrere Meter hohe Klippen peitschte, die wiederum von Höhlen und Buchten zerlöchert waren, in denen es sich Robbenkolonien in den von Menschen unzugänglichen Bereichen gut gehen ließen. Der absolute Höhepunkt kam am Ende der Wanderung, der einzigartige Wharariki Beach: hinter einer min. 5m hohen Dünenlandschaft erschloss sich uns ein großartiger weiter, mehrere Kilometer langer feiner Sandstrand, eingerahmt von Felsklippen. In der Nördlichen war eine 10 m Durchmesser große Höhle gefressen. Entlang des Strandes waren immer wieder mehrere, frei stehende, min. hundert Meter hohe Felsen, von denen einige komplett vom Meer durchbohrt waren, so dass man leicht mit einem Boot durchfahren könnte. Zum krönenden Abschluss konnten wir Robbenbabys aus nächster Nähe beobachten, die in natürlichen kleinen Wasserbecken, die die skurrilen Felsformationen bei Ebbe hinterlassen, das Schwimmen und Tauchen üben. Als wir am Rand eines dieser Becken standen kam ein Robbenbaby bei uns raus, um Anne am Hosenbein zu beschnuppern.
Auf der Rücktour von der nordöstlichsten Ecke der Südinsel haben wir noch einen Zwischenstopp bei den Pupu - Quellen eingelegt: hier ergießen sich aus Quellen pro Sekunde 14.000 l reinstes Trinkwasser zu einem glasklaren Fluss.
Von hier aus sind wir immer Richtung Nordosten nach Picton gefahren, von wo aus es mit der Fähre auf die Nordinsel in die Hauptstadt Wellington geht.