Donnerstag, 23. Mai 2013

Australien - Brisbane und Sunshinecoast

Hallo,

wir melden uns auch mal wieder. In Brisbane blieben wir einen Tag und schauten uns die Parklandschaft am südlichen Flussufer an und liefen zum Kangaroo Point, an dem wahnsinnig viele Kletterer unterwegs waren. Den Abschluss bildete die Besichtigung des Botanischen Gartens, aus dem wir von strömendem Regen verjagt wurden. Wir gönnten uns ein leckeres Abendessen und fuhren mit dem Bus zurück zum Campingplatz. Brisbane ist eine süße Stadt, aber wahnsinnig viel zu sehen gibt es dort nicht ;)

Den Tag darauf kam dann DAS Highlight - Lone Pine Koala Sanctuary. Ja richtig, dort gibt es total viele Koalas (ca. 130) zu sehen. Diese süßen knuddeligen Tierchen schlafen ca. 18-20 Stunden am Tag und verbringen den Rest des Tages damit zu fressen. Außerdem gab es dort noch Dingos, Wombats, Tasmanische Teufel, Emus, ein Schnababeltier und Kangaroos zu sehen. Die Kangaroos konnte man sogar füttern und streicheln.

Danach gings weiter Richtung Norden zur Sunshine Coast. Zuerst machten wir Halt in Noosa. Wir dachten dort etwas Ruhe und Abgeschiedenheit zu finden, aber dem war weit gefehlt ... wir schlugen uns dort durch die Menschen und genossen etwas den Strand. Am Tag darauf folgten wir dem Coastal Track durch den Noosa National Park und fanden dort einen wirklich schönen Strand mit weißem Sand und wenigen Leuten. Auch die Wanderung entlang der Küste war sehenswert. Die Nacht verbrachten wir am Lake Cootharaba im Great Sandy National Park auf einem richtig coolen Campingplatz, den wir uns mit Kangaroos, Waranen und verschiedenen Vogelarten teilten. Auf einer Wiese konnte man auch unzählige Kangaroos beobachten.

Den See nutzten wir für eine Kanutour zu den Noosa Everglades. Dort gibt es zwar keine Krokodile, dafür kommt es wohl öfter vor, dass sich dorthin aggressive Bullen-Haie verirren ...
Witzig war, dass der Lake Coothraba im Durchschnitt nur knietief ist - so kam es auch vor, dass wir das Kanu über eine Sandbank ziehen mussten und häufig mit dem Paddel auf dem Sandboden aufstießen. Dennoch trugen wir ganz pflichtbewusst unsere Rettungswesten ;) Nach einer heißen Dusche brachen wir dann auf zum Rainbow Beach.

Der Rainbow Beach wurde deswegen so benannt, da dort verschieden farbige Sandsteinklippen zu bewundern sind. Außerdem gibt es dort eine 120 m hohe Düne und Sandkastensand so weit das Auge reicht. Den ersten Tag verbrachten wir hier mit organisatorischem Kram - unser Auto hat anscheinend nach fast 600.000 km genug ... der 5. Gang funktioniert nicht mehr und die Batterie im "Wohnteil" macht auch ständig schlapp.
Danach gönnten wir uns den Rest des Tages Stranderholung. Für den Tag darauf hatten wir eine Fraser Island Tour gebucht, aber irgendwie ist bei uns der Wurm drin. Wir warteten wie vereinbart am Treffpunkt,einer Tankstelle, doch es kam ewig kein Bus, der uns mitnehmen wollte. Nach etlichen Minuten kam die Dame der Tankstelle und meinte, das sie einen Anruf vom Veranstalter erhalten hätte und die Tour für heute abgesagt ist, wieso wusste sie nicht. Später erfuhren wir bei einem Anruf, dass ein technischer Defekt der Grund war. So fand die Tour einen Tag später statt und wir konnten bei einem Strandspaziergang  die Sandsteinklippen aus der Nähe anschauen und den Rest des Tages am Strand relaxen und lesen. Am nächsten Morgen ging es dann endlich nach Fraser Island, eine der größten Sandinseln der Welt, die deswegen zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt wurde. Wir wurden mit einem zum Bus umgebauten LKW abgeholt und es ging über einen Strand zur Fähre. Nach der Überfahrt fuhren wir auf dem offiziellen Highway der Insel, dem atemberaubend schönen  Sandstrand, den das Meer bei Ebbe freigibt (man darf dort 80 km/h fahren!!!). Da konnten wir auch die ersten Dingos beobachten. Weiter ging es ins Innere der Insel zu einem Bad in einem wunderschön gelegenen Süßwassersee - dem Lake Mc Kenzie. Nach einem leckeren BBQ ging es weiter zu einer kurzen Regenwaldwanderung, die den Abschluss der Tour bilden sollte. Wieder zurück am Ausgangspunkt, der Tankstelle, machten wir uns gleich an die ersten 2 Etappen der ca. 1000 km zurück Richtung Sydney.

Auf wundersame Weise beglückte uns der Camper auch immer mal wieder mit dem 5. Gang. Wir entschlossen uns aber trotzdem das Auto zu tauschen. Das dauerte trotz wilder Versprechungen den ganzen Tag :-( Insgesamt betrachtet ist der neue Van keineswegs perfekt, aber er hat bisher weniger Macken. Also ist er besser :-)
Unser nächstes Ziel war Coffs Harbour. Wir wollten dort Wale sehen, die kommen aber erst im Juni. Somit hatten wir den Tag frei und verbrachten ihn mit Wäsche waschen am ruhigen und wunderschönen Monee Beach.
Morgen gehts weiter Richtung Süden ... danke fürs lesen und bis bald :-)

Samstag, 11. Mai 2013

Unser Start in Australien

Stellt euch mal folgendes Szenario vor: ihr seid 3 Std vor Abflug super pünktlich am Check-in, gebt euer Gepäck auf, tingelt noch etwas über den Flughafen und seid viel zu früh am Gate und wartet aufs Boarding. Nach einiger Zeit ist es dann endlich soweit... du zeigst Reisepass und Ticket vor und plötzlich gibts beim Scannen deines Tickets ein lautes Zonk-Geräusch und du wirst gebeten zu warten. Der Albtraum folgt auf dem Fuße - "tut uns Leid, ihr Gepäck wird auf diesem Flug nicht mit geschickt". Dieses kleine Zwischenereignis überschattete leider etwas unseren Aufenthalt in Sydney, da wir unendlich viele Telefonate führen mussten und so einige Rennerei hatten. Dennoch erkundeten wir die Stadt über drei Tage hinweg. Am Ankunftsabend fielen wir erst einmal völlig erledigt ins Bett, um am nächsten Morgen auf Erkundungstour durch Kingscross zu spazieren. Und ENDLICH ging Micha zum Frisör - ist richtig toll geworden. Später besichtigten wir noch das Zentrum mit Circular Quay, Harbour Bridge, das Opera House und die Royal Botanical Gardens. Schon verrückt mal echt vor dem weltbekannten Opern Haus zu stehen ... echt verblüffend war - die "weißen Segel" sind gefliest! Am Tag darauf nahmen wir an einer Free Tour teil. Das war sehr witzig und informativ - der beliebteste Pub in Sydney ist wohl das "Löwenbräu". Bei der Tour lernten wir auch die Antipathie der Australier für die Neuseeländer kennen - wir waren direkt zu Beginn ins Fettnäpfchen getreten - uuuuuups ;-) Schon verrückt  - Australien wurde zuerst von den Briten als Strafkolonie benutzt, da dort nichts mehr für die Gefangenen frei war. Deswegen haben auch die meisten Einwanderer ehemalige Gefangene als Vofahren. Und die Währung war Rum. Nach der Tour fuhren wir mit der Fähre nach Cockatoo Island, um die Hafenansicht zu genießen. Dann wanderten wir über die Harbour Bridge und liefen später zu einem Aussichtspunkt von wo aus wir das Postkartenmotiv des Hafens - Brücke und Opern Haus zusammen - bestaunen konnten.
Die Nächte schliefen wir in Eva's Backpacker Hostel in Kingscross - ist echt empfehlenswert (mit Free-Wifi und Dachterrasse) :-)  Den dritten Tag verbrachten wir eigentlich nur damit - JUHU - Michas Gepäck vom Flughafen abzuholen und den Camper zu übernehmen... nur so nebenbei: jetzt wünschen wir uns den alten Camper zurück :-)  Dem folgten zwei Tage voller Fahrerei bis wir endlich in Brisbane ankamen. Blöd ist halt, dass man in der Dämmerung und nachts wegen der Kangaroos nicht fahren darf/sollte ... die Dämmerung beginnt gegen halb fünf. Cool ist es aber echt diese extrem großen Tiere in freier Wildbahn und lebend direkt am Straßenrand stehen zu sehen. Jetzt kann der Urlaub in Australien beginnen - das wars erst einmal von uns ...

Freitag, 3. Mai 2013

Neuseeland - der Abschied fällt schwer

Die weitere Fahrt führte uns direkt in die 1,2 Mio Einwohner Metropole Auckland, unsere letzte Station in Neuseeland. Das ist die größte Stadt dieses Landes, in der fast alle in Einfamilienhäusern mit kleinem Gärtchen wohnen. Das hat zur Folge, dass die Stadt eine wahnsinnige Flächenausdehnung und einen ungewohnten Anblick für eine Großstadt hat. Es gibt quasi keinen Übergang zwischen Vorort und Zentrum. Und so ist uns die Orientierung mit Auto auch richtig schwer gefallen. Nach der letzten Nacht am nördlichen Stadtrand (nachdem wir uns von Süden aus durch die Stadt gekämpft hatten) und einer "Pack-Orgie" am nächsten Morgen, ging es daran unser treues Gefährt zurückzugeben. Alles lief problemlos, viel besser als wir befürchtet hatten. Die letzten drei Tage in Neuseeland haben wir damit verbracht die größte Stadt der Nation zu erkunden. Darunter waren der Hafen mit wirklich beeindruckenden Yachten, einige Parks, die grünen Lungen in den sich vor allem Studenten treffen und dem Sky Tower. Normalerweise kann man von dem 80 km weit schauen... bei uns hörte der Blick nach dem Innenstadtring auf - trotzdem war es da oben richtig cool, wenn uns auch nach dem Ausstieg aus dem Fahrstuhl zunächst etwas die Höhenangst gepackt hat :-) Trotz des vielen Regens an den letzten beiden Tagen in Auckland war der Abschied von Neuseeland nicht leicht... Fazit: auf knapp 6000 km haben wir die tollsten, schönsten, atemberaubendsten Gegenden gesehen. So eine große Vielfalt auf einem doch eher geringen Raum, haben wir echt nicht für möglich gehalten. Die Neuseeländer sind echt zu beneiden.

Trotz der 8-wöchigen Reisezeit werden wir das Gefühl nicht los, doch noch etwas verpasst zu haben. Außerdem glauben wir auch, dass wir die schönsten Ecken in der Kürze der Zeit nicht wirklich voll und ganz genießen konnten. Wir können nur jedem empfehlen, der die Möglichkeit besitzt, dieses wundervolle und friedliche Land zu erkunden. Wir würden ganz schnell wiederkommen, wenn Neuseeland nicht am anderen Ende der Welt liegen würde :-)

Mittwoch, 1. Mai 2013

Neuseeland- das Vulkangebiet

Bevor wir von Taupo in Richtung "Maorizentrum" Rotorua gestartet sind, haben wir uns noch 2 weitere vulkanisch sehr aktive Areale angeschaut. Sowohl im etwas farbenfroheren Orakei Korako als auch im Wai-O-Tapu konnten wir großartige geothermale Formationen bestaunen. Es gab blubbernde Schammtümpel, kochende Quellen, und Terassen, die durch Kalkablagerungen aus dem Wasser der heißen Quellen über tausende Jahre entstanden sind. Hier konnten wir allerlei Farben erblicken, die zum einen durch Schwefelablagerungen entstanden sind und zum anderen von Algen stammen, die hier je nach Wassertemperatur leben. Die Farbe der Teiche ist von den Bestandteilen im Wasser abhängig. Diese sollen u.a. Arsen, Gold und andere Metalle sein. Was uns allerdings überall hin verfolgte, war der seltsame Schwefelgeruch, der im günstigsten Falle an verbrannten Speck und ansonsten an faule Eier, erinnerte. In Rotoura selber statteten wir der Hauptattraktion "Te Puia" einen Besuch ab. Dies ist eine Mischung aus lebendigem Moari-Museum und weiteren sichtbaren geothermalen Aktivitäten. Nach einer 90 min Führung, bei der uns viel über das Flachsflechten und die kulturelle sowie praktische Bedeutung der heißen Quellen näher gebracht wurde, konnten wir einer sehr beeindruckenden Maoritanz- und Gesangsvorführung bei wohnen. Weitere Höhepunkte auf dem Gelände waren noch ein 20m hoher Geysier und die traditionelle Schnitz- und Flechtschule. Wir verließen Rotorua schnell wieder, da uns Kopfschmerzen und Unwohlsein nicht schlafen ließen...ob es der Gesundheit so zuträglich ist dort zu wohnen? Die Vermarktung der Maori-Kultur und der geothermalen Aktivitäten trug zusätzlich dazu bei - irgendwie hatten wir uns das etwas anders vorgestellt.
Nach den vielseitigen, für uns völlig neuen Vulkanimpressionen inkl. der immer wiederkehrenden Geruchswolken nach Schwefel und faulen Eiern hatten wir beschlossen uns frische Luft am Meer zu gönnen. Also sind wir an die Bay of Plenty gefahren. Dieses Gebiet macht seinem Namen "Bucht des Überflusses" alle Ehre. Uns überzeugte sie mit unendlich langen Stränden, an denen wir die größten und schönsten Muscheln und Seeschneckenhäuser gefunden haben. Dort konnten wir den ganzen Tag lang Sonnenschein tanken, ohne eine Wolke am Himmel zu sehen. Wir konnten endlich mal wieder im knapp 20°C warmen Pazifik schwimmen. Das Ganze haben wir uns 3 Tage gegönnt, bevor unsere Fahrt Richtung Norden weiter ging. Unterwegs haben wir einen kulturellen Stopp im KIWI360, dem Infocenter des größten Kiwi-Anbaugebiets Neuseelands, eingelegt. Eine private Führung auf den Plantagen gab uns Einblicke in die Zucht, Ernte und Vermarktung der wohl "gesündesten" Frucht. 80 % der Kiwi-Ernte Neuseeland stammt aus dem Gebiet der Bay of Plenty - die Gegend mit der häufigsten bzw. zweithäufigsten Sonnenscheindauer (darüber scheiden sich die Geister) Neuseelands.
Von dort aus ging es auf die Halbinsel 'Coromandel Peninsula, wo wir uns am einzigartigen "Hot Water Beach" einen ruhigen Nachmittag machen wollten. Hier mündet eine heiße Quelle direkt am Strand, so dass man sich in bestimmten Bereichen seinen eigenen Heißwasser-Pool im Sand schaufeln kann. Leider war der Strand derart überlaufen, dass wir uns nur kurz die Füße aufgewärmt haben, in dem wird diese etwas im Sand eingegraben haben und danach weiter gefahren sind.
Wenige Tage bleiben uns noch im wunderschönen Neuseeland ... deshalb haben wir den heutigen Tag komplett am Waihi Beach verbracht - schwimmen, faulenzen, lesen und den Strand erkunden bildeten den Tagesinhalt. Etwas wehmütig blicken wir auf die Zeit hier zurück, aber bevor es weiter nach Australien geht, erkunden wir Auckland :-)

Bis bald,
Micha & Anne.