Nach den Gesteinsblasen waren wir am Nachmittag noch in dem kleinen Fischerdörfchen Moeraki spazieren, vorbei an Klippen und einsamen Kiesstränden. Wir waren sehr überrascht keine 10-20m von uns entfernt Pelzrobben beim Sonnen anzutreffen-ein tolles Erlebnis die Tiere so nah und entspannt in freier Natur zu erleben.
Am nächsten Tag gings nach Dunedin, ist eine der größeren Städte (ca.180000 Einwohner) Neuseelands, die im wesentlichen durch ihren Hafen und ihre Uni geprägt ist. Am ersten Tag waren wir aber zunächst auf der Halbinsel Otago Peninsula, um das einzige Schloss Neuseelands und dessen Schlosspark ausführlich anzuschauen und danach an der Südspitze die stattlichen Konigsalbatrosse beim Anflug zu Ihren Nistgebieten zu bewundern. Auch hier waren wieder die niedlichen Pelzrobben am Start. Für einen Großteil unseres Einkaufs am nächsten Morgen nutzten wir den wöchentlichen Farmermarket am wunderschönen Hauptbahnhof von Dunedin. Hauptsächlich frisches Obst und Gemüse, aber auch leckere Snacks, Wurst und Fleisch gibt es dort in Hülle und Fülle. Danach wurde es süß,wir ließen uns durch die Schokoladenfabrik von Cadburry führen,echt lecker. Wir haben uns dort gleich für Ostern eingedeckt und nach einem Stadtbummel und der Besichtigung der ersten Kirche dieses Districts haben wir die steilste Anlieger Straße der Welt erklommen :-) Die Baldwin St weißt eine Steigung von ca. 35% auf - unseren Camper haben wir lieber am Fuße dieser Straße stehen lassen.
Am späten Nachmittag haben wir uns auf den weg zu unserem nächsten Ziel gemacht, aber wir sollten erstmal nicht weit kommen: Auf der Fahrt einen ziemlich steilen Berg hinunter vor den Toren Dunedins verloren wir auf dem Highway One ein Rad. Zum Glück war es nur das Ersatzrad. Denn die Halterung davon hatte sich locker geklappert und löste sich schließlich und schliff auf dem Asphalt. Nach dem ersten Schreck und nach dem wir diese Halterung wieder fest geschraubt hatten drehten wir um, um zu schauen, wo genau das Rad verloren gegangen ist und dass kein anderer darauf fährt. Aber die Polizei kam uns zuvor. Anne winkte dem freundlichen Officer ganz aufgeregt zu und wir hatten unser 5. Rad wieder - was für eine Aufregung :-) aber alles gut gegangen.
Nun konnten wir endlich weiterfahren, zur südlichsten Gegend der Südinsel, den Catlins. Für die ersten zwei Tage in dem Gebiet haben wir uns das Stranddörfchen Käkä Point ausgesucht, von wo wir die dramatischen einzigartigen Klippen und den Leuchtturm vom Nugget Point aus besuchten, wo auch wieder wieder unsere Freunde die Palzrobben aus einiger Entfernung gesehen haben. Weiter westlich ging es nach den 2 Tagen zu einer Wanderung durch den unberührten Regenwald zu einem wahnsinnig schönen Wasserfall, den McLeans Falls und anschließend an einem riesig breiten und wahnsinnig langen menschenleeren Sandstrand, dem Tautuku Bay, wo an einem Ende fast sinnflutartige Regenfälle ruterdonnerten und am anderen Ende die Sonne brannte, so lies dann auch der Regenbogen nicht lange auf sich warten. Das unruhige Wetter hielt dann auch auf dem Campingplatz am Abend an und es stürmte und regnete die ganze Nacht durch. Am nächsten morgen ging es für unsere Verhältnisse früh raus (um 7:-) ) da wir die imposanten Cathedral Caves, zwei ca 150m lange Höhlen am Strand, die von den Wellen in den Fels gefressen wurde, welche aber nur bei Ebbe zugänglich sind. Die beiden Höhlen laufen am Ende hin zusammen und vereinigen sich dort. Wirklich beeindruckend welche Kraft die Wellen haben so etwas in den Fels zu meiseln. Danach sind wir ein ganzes Stück weiter westlich an der Küste entlang gefahren, Ziel waren die Curio Bay und die gleich anschließende Porpoise Bay mit einem richtig genialen Campingplatz direkt am Strand und auf den Klippen. Von hieraus konnte man bequem zu einer Gelbaugenpinguienkolonie laufen, welche sich an einem versteinerten fossilen 180 Mio Jahre alten Walde befand. Ein weiteres Highlight war unser Stellpatz, mitten im Schilf mit Blick vom Bett aus durch die Kofferraumklappe auf das nur wenige hundert Meter entfernte Meer, dass sich an den Klippen zu riesigen tosenden Wellen auftürmte und schließlich brach. Aber ein weiterer Höhepunkt unserer gesamten Reise waren wieder ein paar Meerssäuger: Hektor Delphine waren schon immer mal in der Bucht zu sehen, aber am Donnerstag vorm Karfreitag waren wir Nachmittags mit wenigen anderen Badegästen am Strand, als wir ganz nah am Ufer die Delphine sahen wie sie zu ein paar Leuten im Wasser hingeschwommen sind. Ich (Michael) habe mich gleich mit in die Fluten gestürzt und habe mir die faszinierenden Tiere zum greifen nah angeschaut. Die Delphine sind zwischen den Leuten umher getaucht und wenn sich die Gelegenheit ergab in einer größeren Welle bis fast an den Strand gesurft. Es war so faszinierend und wundervoll, dass wir glatt vergessen haben Bilder zu machen. Der Anblick, wie sie von vorne in den Wellen zu sehen waren und erst kurz vor dem Strand wieder umgedreht oder nach vorne rausgesprungen sind, wird uns immer in Erinnerung bleiben. Nach diesem ergreifenden Ereignissen sind wir Richtung Fiordlands gestartet um ein paar Tage zu wandern.
Wir hatten ja schon viel davon gehört wie schön es hier sein soll, aber was uns hier erwartet hat, hat uns fast den Atem geraubt. Hier geht es vom Meeresniveau mit Regenwäldern fast senkrecht bis in Subalpine schneebedeckte Höhenlagen mit Gletschern. Um uns das so richtig eindringlich begreiflich zu machen, haben wir eine 6,5 h Kajaktour auf dem Miford Sound (Gletscher) unternommen. Echt Wahnsinn diese einzigartigen riesigen Felswänden, Wasserfälle und Täler. Mittendrin gibt es dann auch immer wieder tolles in der Natur zu entdecken wie Robben, Kea-Papageie und faszinierende Bäume und Sträucher. Nach den grandiosen Erlebnissen ist unsere nächste Station die schrille Stadt Quennstown.
Bis dahin, Frohe Ostern,
eure Anne und euer Michael