Mittwoch, 14. August 2013

Melaka

Von den Perhentian Inseln ging es wieder mit dem Böötchen zurück auf das Festland nach Kuala Besut. Von dort aus nach wenigen Stunden Aufenthalt mit dem Nachtbus nach Kuala Lumpur (KL). Eine Erfahrung, die wir nur bedingt weiter empfehlen können. Die Sitze haben sich im ersten Moment ziemlich bequem angefühlt, aber nach 9 Stunden und nur einer Pause haben wir dann anders darüber gedacht. Unsere spärlichen Augenblicke des Busschlafes wurden außerdem immer wieder von einem Mitreisenden unterbrochen, der auch halb drei in der Nacht noch jemanden gefunden hat, mit dem er sich lautstark am Telefon austauschen konnte. Außerdem gab es den obligatorischen Schnarcher, der direkt über den Gang neben uns saß.
In der früh um 5 Uhr sind wir an unserem Zwischenstopp KL angekommen und konnten nach einer kurzen Fahrt mit dem öffentlichen Nahverkehrsmitteln zum Glück im Hotel einchecken und etwas Schlaf nachholen. Endlich :-)

Der eigentliche Sinn unseres Zwischenstopps in KL war aber, dass wir einen Schneider, den wir im Voraus ausfindig gemacht hatten, aufsuchen wollten. Deswegen haben wir uns noch am Vormittag nach der Busnacht aus dem Bett gequält und sind einige Zeit durch KL gestromert, um den Schneider zu finden. Nach einer kurzen Suche haben wir uns beim Schneider für die Stoffe und den Schnitt entscheiden können und wurden dann professionell vermessen. Am Ende haben wir einen Blazer für Anne, zwei Anzüge für Michael und noch einen für Uuf, als Fernbestellung, in Auftrag gegeben. Am nächsten Tag hat uns unser Schneiderlein gleich noch einmal einbestellt, um den bereits abgesteckten Schnitt an zu probieren. Wir waren mit der Arbeit bis dahin vollstens zufrieden und sind auf die fertigen Stücke sehr gespannt.

Am späteren Nachmittag sind wir dann gleich in dem Bus nach Melaka, unsere vorletzte Station unserer 6-monatigen Reise, eingestiegen. Dies ist eine historische Stadt zwischen KL und Singapur in der schon die Portugiesen, Holländer und Engländer im Laufe der Geschichte ihre Spuren hinterlassen haben. Hier sind wir am Abend gut angekommen und konnten im Hostel "River View Guesthouse" einchecken, was danach dann ausgebucht war.
Am Tag darauf haben wir uns aufgemacht die Tempelstraße mit einigen hübschen Moscheen und chinesischen Tempeln entlang zu laufen. Dort probierten wir uns auch im Malen im Batik-Stil und nahmen eine Unterrichtseinheit im "Top  Spinning" - also dem Spielen mit einem Kreisel ;-) Danach erkundeten wir die Jonker Street mit vielen Souvenir- und Essständen. 
Am nächsten Tag waren wir zuerst im europäisch geprägten Teil der Stadt mit der St. Xaviers Kirche und dem Stadthuys, das älteste holländische Steinhaus in Südostasien und heutiger Sitz des historischen Museums von Melaka. Leider konnten wir es wegen Instandhaltungsarbeiten nicht besichtigen. Auf einem grünen Hügel mitten in der Stadt stehen die Überreste der St. Paul's Kirche. Gleich unterhalb des Hügels steht der Nachbau eines Sultanspalastes, dass komplett aus Holz und ohne Nägel errichtet wurde. Das darin beherbergte Kulturmuseum mit den geschmückten lebensgroßen Puppen in traditionellen Trachten haben wir uns in Ruhe angeschaut. Am Abend stand dann eine nette Bootsrundfahrt auf dem Fluss auf dem Programm,die u.a. direkt an unserem Hostel vorbei geführt hat.
Einen Ausflug in das Umland gab es am letzten Tag in Form einer wirklich sehr empfehlenswerten und informativen Eco-Radtour. Am Anfang ging es durch ein paar Dörfer wo wir einige einheimische und über die Jahrhunderte eingeführte Obstsorten und Küchenkräuter gezeigt bekamen. In den Palmöl- und Kautschukplantagen angekommen erklärte uns der Guide dann alles von der Anpflanzung, Pflege der Pflanzen bis hin zur aufwendigen Gewinnung der Rohstoffe und Nutzung. Außerdem versuchte er uns den Standpunkt und Rechtfertigung Malaysias zur Abholzung der Regenwälder und der landwirtschaftlichen Nutzung der so gewonnenen Flächen näher zu bringen. Uns konnte sein Argument, dass wir in Deutschland ja auch fast gar keine ursprünglichen Wälder, geschweige denn Regenwälder haben, nicht wirklich überzeugen. Allerdings versucht Malaysia wohl vor allem auf Borneo sich verstärkt für den Schutz der Regenwälder mit Nationalparks stark zu machen - es sind wohl noch knapp 60% dervursprünglichen Fläche erhalten. Was auch für uns sehr neu war, ist die Tatsache, dass fast alle Plantagenarbeiter Gastarbeiter aus den umliegenden Ländern wie Indonesien oder den Philippinen sind. Auf den Reisen durch Malaysia war uns schon aufgefallen, dass es kaum Felder mit angebauten Nahrungsmittel gibt. Das liegt daran, dass die weltweite Nachfrage nach Palmöl so groß ist (auch wegen unserem guten E10) und somit so lukrativ macht, dass in Malaysia nur sehr wenig Lebensmittel angebaut und zum Großteil importiert werden müssen. Insgesamt hat sich der Ausflug sehr gelohnt und hat uns einen tiefen Einblick in die Plantagenwelt gewährt.
Am Abend haben wir uns in das Getümmel der Stadt beim Jonkers Nightwalk, einem Nachtmarkt, gestürzt. Hier bringen die geschäftstüchtigen Bewohner alles mögliche von Essen, Souvenieren bis hin zu Anti-Fusselhandschuhen an die Touristen. Sehr amüsant war für uns eine Freiluft Karaoke Bühne auf denen chinesische Rentner u.a.bei "My Hart goes schalalalala..." ihr bestes gaben. Der absolute Höhepunkt war jedoch der groß angekündigte Kung Fu Meister Ho Eng Hui, der seinen Zeigefinger auf spektakulärste Weise in Kokosnüsse stechen wollte. Doch ehe es dazu kommen sollte überzeugte er sein Publikum von seinem Wunderelixier, dass die Schmerzen, die er sich selbst zu fügt, stillen soll. Nach einer einstündigen Verkaufsrunde bohrte der Meister mit einer atemberaubenden Show seinen krummen Zeigefinger in eine der Kokosnüsse - Wahnsinn. Nach dem er aber anfing ein weiteres Elixier anzupreisen, dass half die riesige Schwellung seines Zeigefingers zu lindern, die sich aufgrund der Show-Einlage gebildet hatte, haben wir uns auf den Weiterweg gemacht und uns lieber den Leckereien zugewandt.

Die Rückreise nach KL haben wir wieder mit dem Bus angetreten. Auf dem Weg vom Busbahnhof zum Hostel in KL haben wir uns noch die Tickets zu unserem Abschlussabend unserer Reise abgeholt- Metallica live in KL! Wir sind sehr gespannt :-)

Donnerstag, 8. August 2013

Penang

Mit der Fähre sind wir direkt vom Bahnhof aus nach Georgetown auf die Insel Penang übergesetzt, mit dem kostenfreien Shuttle-Bus gings zum Hotel. Nach einer erfrischenden Dusche haben wir am Abend nur noch kurz die Umgebung um das Hotel erkundet und etwas in einem indischen Restaurant gegessen, was nicht das letzte mal sein sollte ;-) .

Am ersten Tag haben wir im eher kolonial geprägten Stadtteil mit der Erkundung der UNESCO-Stadt begonnen. Die Townhall, die Cityhall und das alte britische Fort Cornwallis waren die ersten Ziele. Danach ging es zu den sehenswerten Jettis. Das ist ein auf Stelzen im Meer gebauter chinesischer Stadtteil, wo verschiedene Clans fast noch genauso leben, wie kurz nach ihrer Einwanderung im 19. Jh. Am nächsten Tag haben wir uns dann in den multikulturellen Teilen der Stadt herum treiben lassen. Hier konnten wir malayische und indische Moscheen, Hindutempel und chinesisch, buddhistische Tempel fast nebeneinander bestaunen. Ein Höhepunkt an diesem Tag war der Besuch im reich verzierten Clanhaus des offensichtlich ziemlich wohlhabenden, chinesischen KHOO KONGSI Clans. Das Gebäude ist sehr aufwendig mit unzähligen Schnitzereien und Steinmetzarbeiten gestaltet und wurde erst vor wenigen Jahren komplett restauriert.
Während der ganzen Rundgänge sind uns immer wieder wunderschöne, freche Wandgemälde an den Häuserfassaden aufgefallen. Diese hat der litauische Künstler Zacharevic 2012 mit Farbe und Pinsel an die Häuser gemalt. Diese lassen die Stadt nochmal in einem ganz anderen Licht erstrahlen.

Am letzten Tag auf der Insel haben wir uns für eine Wanderung im Nationalpark entschieden. Nach einer Stunde Fahrt mit dem Linienbus und der Registrierung im Nationalparksbüro ging es dann endlich los: über Stock und Stein, über Felsen, durchs Dickicht und an Stränden entlang. Zu Beginn sind wir auch gleich von einer Horde neugieriger Makakken begrüßt worden. Sogar einen ziemlich schmalen Hangebrückenpfad gibt es hier, den wir natürlich auch ausprobiert haben. Hier hat uns ein Ranger sein Leid geklagt, da er immer wieder gern von einem besonders dreisten Makakken heimgesucht wird. Heute zum Beispiel hat dieser sein Mittagpaket, einmal Chickencurry mit Reis, stipitzt, was er dann auch vor unseren Augen in sicherer Entfernung genießen konnte. Ein paar Tage zuvor hatte der Affe sein Portmonaie gestohlen und den Inhalt nach und nach über den Waldboden verteilt. Er hatte sich wohl auch schon vor wenigen Wochen an der Ausrüstung eines Fotografen von National Geographic zu schaffen gemacht. Die Makakken werden wohl immer problematischer, weil die Nachfrage der Chinesen nach Affenfleisch immer weniger wird und sich die Makakken so sehr stark vermehren und ihnen die natürlichen Feinde fehlen. Nach dem netten Gespräch haben wir dann unsere Wanderung zum einsamen Turtle-Beach fortgesetzt, der nur zu Fuß oder per Boot zu erreichen ist. Zu unserer Überraschung gibt es hier auch einen idyllischen voll eingerichteten Campingplatz mitten in der Wildnis. Hätten wir vorher davon gewusst, hätten wir sicher ein paar Tage eingeplant, schade das Busticket war schon gekauft. Von da aus mussten wir nun so direkt zurück zur Bushaltestelle und dann immer Richtung Hotel, wo wir nach einem langen Tag gegen 10.00 Uhr ins Bett gefallen sind.

Georgetown hat uns von Tag zu Tag besser gefallen - besonders begeistert waren wir von den zahlreichen Ständen, die richtig leckeres Essen bereit hielten. Penang an sich ist wohl seit der Eröffnung der Autobrücke (Verbindung zum Festland) sehr zu gebaut wurden ... eben nur noch dieses kleine Stück Nationalpark blieb geschützt. Vor allem im Bereich der Zugänge zum Meer sprießen Hotels und Apartmenthäuser nur so aus dem Boden. Einen Besuch ist Penang aber auf alle Fälle wert.

Mittwoch, 7. August 2013

Kota Bharu und Pulau Perhentian Besar

Von Penang aus ging es für uns auf einer knapp sieben stündigen Fahrt mit einem in die Jahre gekommenen Reisebus in die moslemisch geprägte Stadt Kota Bharu. Dort angekommen haben wir uns für das 3. Hotel entschieden, dass wir angeschaut haben. Hier durften wir das Ende des Ramadans hautnah mit erleben: vor unserem Hostel fand jeden Abend ein Nachtmarkt statt und alle anderen Geschäfte hatten auch bis spät in die Nacht geöffnet, um aus dem Konsumrausch der Bewohner den größt möglichen Profit zu schlagen. Der Hit war das Kleidungsramschgeschäft direkt unter unserem Zimmer. Hier dröhnte von morgens um 9 bis tief in die Nacht um 12 kreischende Musik untermalt mit den besten Sonderangeboten vom Tonband in Dauerschleife. Nur zu den Gebetszeiten wurde die Anlage abgestellt. Diese Minuten waren die kostbarsten des Tages ;-)
Ansonsten haben wir uns in Kota Bharu eigentlich nur ins Getümmel gestürzt und uns wie kurz vor Weihnachten gefühlt. Besonders die Märkte mit frischem Fisch und Fleisch sind immer wieder wie aus einer anderen Welt ...

Nach eher anstrengenden Tagen in der kleinen Stadt machten wir uns mit dem Bus auf ins nahe gelegene Kuala Besut. Von dort aus starteten wir mit einem kleinen Boot, auf das sich zahlreiche andere Leute mit viel Gepäck gequetscht hatten, in Richtung der Perhentian Inseln. Zu diesen gehören die kleine Insel Kecil und die große Insel Besar. Wir hatten uns für Besar entschieden, da wir gehofft hatten dort mehr Ruhe und Abgeschiedenheit zu finden - das war fürs Ende vom Ramadan und der laufenden Hochsaison sehr optimistisch gedacht. Uns erwarteten Menschenmengen am Strand und in den Restaurants, die sich um Menü-Karten stritten und am Tresen bestellten, als hätten sie tagelang nichts zum Essen gekriegt. Nach der entspannten Atmosphäre auf  Koh Tao war dies zunächst eine ziemliche Umstellung für uns.
Trotz des ganzen Trubels hier konnten wir uns kleine Oasen der Ruhe schaffen, in dem wir einfach abgetaucht sind. Gleich am Ende der Bungalow-Siedlung fanden wir eine gute Tauchbasis ("Turtle Bay Divers") mit deren Tauchguides wir tolle Tauchspots rund um die Insel und mitten im Meer besucht haben. Endlich haben wir auch Haie (Katzenhaie, 
Bambushaie) gesehen - jede Menge in ganz unterschiedlichen Größen. Hier haben die Haie anscheinend nicht so viel Angst vor Tauchern wie auf Koh Tao. Andere echt tolle Erlebnisse unter Wasser waren eine größere Schildkröte und wunderschöne aber auch sehr gefährliche Feuerfische. Zum Abschluss sind wir zu einem 80m-langen Schiffswrack getaucht und haben uns auch im Schiff umgesehen. Die restliche Zeit der Tage hier, waren wir am Strand unterwegs oder lagen auf den wunderschönen Felsen, die die Insel umgeben. An den letzten beiden Tagen konnten wir beim Schnorcheln in der Bucht noch einige kleine Riffhaie bestaunen.
Insgesamt betrachtet war es alleine wegen dem Tauchen die Reise hierher wert. Außerdem können wir uns vorstellen, dass hier in der Nebensaison weniger das Gefühl aufkommt, man wäre in einem All-inclusive-Resort gefangen. Nichts desto trotz ist Koh Tao unserer Meinung nach in jedem Fall vorzuziehen.